Keine Zeit fürs Kranksein: Mit einigen bewährten Methoden der Traditionellen Medizin bei den ersten Symptomen gegensteuern – damit der Infekt möglichst gar nicht erst Fahrt aufnimmt und Sie aus der Spur bläst.

1. Abschalten

Gleich beim Auftreten der erster Infektanzeichen sollten die Kräfte intelligent gebündelt werden. Der Körper muss sich nun ganz der Infektabwehr widmen können. Verausgabung durch Arbeit, Stress oder Sport ist zu vermeiden.

Wer trotz Erkrankung weiterarbeitet oder Raubbau an den eigenen Energiereserven betreibt, riskiert einen deutlich längeren, schwerwiegenderen Krankheitsausfall. Erholung hat oberste Priorität – Ruhe und Schlaf sind die stärksten natürlichen Heilmittel. Wer den Fokus dabei zusätzlich auf Erfreuliches und Dankbarkeit für das Gute im Leben lenkt, setzt Endorphine frei, die das Immunsystem aktiv unterstützen.

2. Wärme

Eine heiße Dusche, ein heißes Bad oder ein Fußbad – optional mit einer Handvoll Senfmehl – bringen das Immunsystem auf Betriebstemperatur. Bei bestehendem Fieber ist hiervon jedoch abzusehen. Auch ein kurzer Saunagang ist bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung und moderater Körpertemperatur möglich, bei Fieber oder Kreislaufschwäche jedoch kontraproduktiv und strikt zu vermeiden.

Direkt im Anschluss an die Wärmeanwendung sollte das Bett aufgesucht werden, um das Nachschwitzen zu fördern. Kälte und Zugluft sind konsequent zu umgehen, nasse Haare müssen restlos trockengeföhnt werden. Auch danach ist stets für warme Füße zu sorgen, beispielsweise durch Hausschuhe oder eine Wärmflasche, damit die Dynamik des Immunsystems nicht wieder herunterfährt.

3. Arzneipflanzen

Zur Unterstützung des Organismus eignen sich Arzneipflanzen und Rezepturen der Traditionellen Medizin, die gezielt Schleimhäute und Lunge schützen, zur Eliminierung viraler und bakterieller Erreger beitragen und das Immunsystem stärken.

  • Einjähriger Beifuß (Artemisia annua) Tabs: 2 x 5 täglich. Vor allem bei schwerer Infektion.
  • Seccosan® Tabs: 2 x 4 täglich. Die Rezeptur stabilisiert, repariert und befreit den Atemtrakt. Artikel: “Atemwege? Kein Problem”.
  • Melisse Tabs: 2 x 3 täglich. Vor allem bei stressbedingter Schwächung der Abwehrkräfte und Vorliegen einer viralen Infektion.
  • Sonnenhut (Echinacea purpurea) Liquidum: 3 x 2,5 ml (nur für max. 4 Wochen) zur Aktivierung der Abwehrzellen.

Die Dosierungen gelten für Erwachsene und sollten für Kinder angepasst werden.

Um eine optimale Resorption aller pflanzlichen Wirkstoffe zu gewährleisten, sollten Arzneipflanzen grundsätzlich in Verbindung mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Nur ganz ist ganz: Ursprüngliche Arzneipflanzen entfalten ihre Wirkung über ein harmonisch abgestimmtes, breites Spektrum bioaktiver Stoffe. Im Gegensatz zu isolierten Einzelwirkstoffen oder Extrakten greifen sie nicht starr an nur einem oder wenigen Punkten an, sondern steuern das biologische System synergistisch wie ein vollständiges Orchester an. Erst dieses komplexe Zusammenspiel ermöglicht es, den Organismus sanft und umfassend wieder in sein Gleichgewicht zu führen.

4. Schwitzen

Zu Beginn eines Infektes eignen sich traditionelle schweißtreibende Hausmittel wie Lindenblütentee oder ein selbstgemachtes Ingwer-Dekokt, um die Erkältung auszuleiten. Für das Dekokt werden drei bis fünf Scheiben frischer, nicht getrockneter Ingwer zusammen mit einer Frühlingszwiebel, notfalls einem Stück herkömmlicher Zwiebel, für zehn Minuten in drei Tassen Wasser leicht geköchelt. Nach dem Abkühlen auf lauwarme Trinktemperatur wird es mit Honig gesüßt. Die Schärfe des Dekokts öffnet die Poren und regt das Schwitzen an, wodurch der Infekt aus dem Körper geleitet wird. Aufgrund der Schweißbildung darf das Haus im Anschluss nicht mehr verlassen und der Körper keiner Zugluft ausgesetzt werden.

5. Immunstärkende Kost

Leichte, frische, vitaminreiche, saisonale, regionale und biologische Lebensmittel ohne Zusätze gehören besonders jetzt täglich in vielfältiger Form auf den Teller. Besonders immunstärkend und vorteilhaft für das Atemwegssystem sind z.B. Hühnersuppe mit Ingwer, Zwiebelsuppe, Siedfleisch mit Meerrettichsauce, Rettichsalat, Fenchelgemüse oder Birnenkompott.
Mineralien wie Eisen und Zink sowie die Vitamine C und D sind für das Immunsystem besonders wichtig. Während eines akuten Infektes besteht ein erhöhter Bedarf.
Mehr zum Thema und Dosierungen: Artikel: “Atemwege? Kein Problem”

Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten, um den Verlust an Schweiß zu kompensieren. Am besten eignen sich klares lauwarmes Wasser, Hagebutten- oder Pfefferminztee, auch verdünnte Fruchtsäfte aus Sanddorn, schwarzen Johannisbeeren, Holunder oder Zitrone. Zu vermeiden sind jedoch Orangen-, Mandarinen- und Clementinen-Säfte; ebenso wie Milch / -produkte. Artikel: “Milch als Krankmacher”

6. Spezifische Symptome

Beim Auftreten konkreter Beschwerden können gezielte, ergänzende Maßnahmen ergriffen werden.

Schleimhautschwellungen: Schleimhäute pflegen, Sekret lösen

Schleimhautschwellungen sind ein Zeichen für eine aktivierte Immunabwehr im lymphatischen Gewebe des Nasen-Rachenbereichs als vorderste Bastion gegen eindringende Erreger.

  • Meersalznasensprays oder Nasenspülungen mit Meersalzlösung eignen sich gegen eine verstopfte Nase und zur Prophylaxe einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Das Inhalieren von natürlichen ätherischen Ölen, starkem Kamillentee, Thymiantee oder Meersalzsole – klassisch in heißem Wasser gelöst und über einer Schüssel unter einem großen Handtuch inhaliert oder über einen Vernebler – desinfiziert, pflegt die Schleimhäute und lässt Sekrete abfließen.
  • Regelmäßiges Stoßlüften senkt die Virenlast und sorgt für frischen Sauerstoff.

Chemisch-pharmazeutische Nasensprays mit gefäßverengenden oder immunsupprimierenden Wirkstoffen sind nicht zu empfehlen: Sie lassen das Gewebe nur kurzfristig abschwellen, haben jedoch einen starken Rebound-Effekt, der die Schleimhäute wieder stark anschwellen lässt. Langfristig angewendet schädigen sie die Schleimhäute erheblich und schwächen die Immunabwehr.

Halsschmerzen: Den Rachen beruhigen

  • Gurgeln: mit starkem Salbeitee oder Propolis Urtinktur (dem „Antibiotikum der Bienen“), zur Linderung von Halskratzen und zur Erregerelimination. Beide Flüssigkeiten können im Anschluss geschluckt werden.
  • Lutschtabletten mit Isländisch Moos beruhigen entzündete Schleimhäute.

Kopf- und Gliederschmerzen: Sanft gegensteuern

  • Eine gesteigerte Flüssigkeitszufuhr führt häufig bereits zu einer Besserung, da dies das Ausscheiden schmerzerzeugender Erregertoxine beschleunigt.
  • Kühle Stirnauflagen.
  • Minzöl auf Stirn und Schläfen.
  • Schmerzlindernde Arzneipflanzen (wie das im Präparat Seccosan® enthaltene Mädesüß mit natürlicher Salicylsäure) bieten effektive Linderung, wenn auf synthetische Wirkstoffe wie z.B. Aspirin® verzichtet werden soll.

Husten: Reiz beruhigen, Atemwege entlasten

  • Spätestens jetzt ist das Rauchen einzustellen, auch das von E-Zigaretten und Shisha.
  • Das Einreiben von Brust und Rücken mit einer Creme aus Kiefernnadel-, Eukalyptus-, Kampfer-, Thymian- und Pfefferminzöl stimuliert die Atemtiefe, desinfiziert und befreit die Atemwege.
  • Ein Kaltauszug aus Eibischwurzel lindert den Hustenreiz bei trockenem Reizhusten oder zäher Verschleimung. Hierfür wird ein Esslöffel der kleingeschnittenen getrockneten Wurzel in einem halben Liter kaltem Wasser für mindestens sechs Stunden angesetzt, danach abgeseiht, bei Bedarf leicht gesüßt, erwärmt und optional mit Pfefferminztee geschmacklich abgerundet.
  • Das Feuchthalten der Raumluft beruhigt trockene und gereizte Schleimhäute.

Fieber: Die Abwehr arbeiten lassen

Fieber gehört zur natürlichen Abwehrreaktion und muss nicht automatisch gesenkt werden. Eine voreilige Temperatur- und Schmerzunterdrückung mit Ibuprofen oder Paracetamol bietet therapeutisch keinen Vorteil, denn sie wendet den Infekt selbst nicht ab und kann den tatsächlichen Zustand verschleiern. Eine permanente medikamentöse Senkung der Temperatur unter 39 Grad Celsius sollte vermieden werden, da der Organismus bei Fieber vermehrt Antikörper zur Erregerabwehr bildet und die Erregervermehrung zudem direkt thermisch gehemmt wird. Körpertemperaturen über 41 Grad Celsius sind jedoch gefährlich und sollten vermieden werden. Zur natürlichen Fieberkontrolle sind geeignet:

  • Kalte Wadenwickel sind angezeigt, sofern die Extremitäten warm sind.
  • Wärmestau vermeiden: Bei Hitzegefühl leichte Kleidung und eine dünne Decke wählen; verschwitzte Kleidung wechseln. Bei Frieren hingegen angenehm zudecken.
  • Das Raumklima sollte stabil zwischen 19 und 22 Grad Celsius liegen.
  • Die Trinkmenge erhöhen, auf mindestens 2-3 Liter.

Eine wichtige Ausnahme gilt für Kinder: Um einem Fieberkrampf vorzubeugen, sollte hier tagsüber ab 39,5 Grad Celsius und nachts bereits ab 39 Grad Celsius eine fiebersenkende Medikation (z. B. mit Viburcol® oder notfalls mit chemisch-pharmazeutischen Präparaten) erfolgen.

Nachdenkenswert

Eine schnelle und vollständige Genesung ist ein direkter Indikator für ein voll einsatzfähiges Immunsystem sowie für ein stabiles, belastbares Atemwegssystem.

Sollten die ergriffenen Unterstützungsmaßnahmen jedoch ohne Erfolg bleiben, anhaltende Abgeschlagenheit und Fieber bestehen oder sich das Nasen- bzw. Bronchialsekret gelblich oder bräunlich verfärben, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Beim Hinzutreten von Symptomen wie Schluckunfähigkeit, Kurzatmigkeit, Atemnot, einem Stridor (pfeifendes Atemgeräusch), Schmerzen im Kehlkopf- oder Brustbereich oder Hautausschlägen ist die Erregerinvasion bereits weit fortgeschritten. In diesen Fällen ist eine ärztliche Rücksprache zwingend erforderlich.

Die Ursache liegt dann entweder in einer zu massiven Erregerdosis oder in einer unzureichenden körpereigenen Abwehr. Falls ein mangelhaftes Immunsystem vorliegt, sollten dringend die Faktoren eruiert werden, die zu dieser Schwächung geführt haben. Die Immunfunktion ist schließlich auch als Kontrollinstanz gegen Autoimmunerkrankungen sowie Krebs und für die interne Autoregulation vieler Stoffwechselprozesse unersetzlich. Ein anhaltendes Defizit kann schwerwiegende und teils irreversible gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Längere Phasen der Bettruhe bieten eine gute Gelegenheit zu überlegen, mit welchen Maßnahmen eine reduzierte Immunfunktion künftig wieder aufgebaut und dauerhaft vital gehalten werden kann. Eine intakte Abwehr stellt ein unersetzliches und nicht mit Geld aufzuwiegendes Gut dar.

Grundsätzlich sollte die häusliche Genesungszeit so lange aufrechterhalten werden, bis vollständige Fieberfreiheit besteht – idealerweise verlängert um einen zusätzlichen fieberfreien Tag, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren. Nach einem überstandenen Infekt ist der Organismus durch den hohen Verbrauch an Immunressourcen vorübergehend besonders anfällig für erneute Ansteckungen.